Lauterbach: „Herdenimmunität als Konzept gescheitert“

Eine langfristige Immunität gegen das Coronavirus schließen zwei aktuelle Studien aus. SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach zieht Schlüsse für eine mögliche Herdenimmunität und warnt vor falscher Sicherheit.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich bei Twitter zu einer britischen Studie geäußert. Demnach haben Forscher herausgefunden, dass Infizierte nach einigen Monaten ihre Immunität gegen das Coronavirus verlieren. Menschen können sich offenbar immer wieder mit dem Virus infizieren, berichtet „The Guardian“. Für die britische Studie seien mehr als 90 Menschen, die sich zuvor mit dem Coronavirus infiziert hatten, getestet worden.

Immunität „wahrscheinlich eher unwahrscheinlich“
„Die Antikörper fallen sehr schnell sehr stark ab. Je leichter die Infektion, desto schneller“, kommentierte Lauterbach die Studie. Das bedeute aber nicht, dass es keine Immunität nach mehreren Monaten geben könne, sie sei aber „wahrscheinlich eher unvollständig“. Das bedeute, man könne sich neu infizieren und auch andere anstecken. Auch die Ergebnisse einer Studie des Robert Koch-Instituts sind zu einem ähnlichen Schluss gekommen. Bei Antikörpertests unter Blutspendern ist herausgefunden worden, dass eine geringe Immunität bei den Untersuchten besteht. 12.000 Menschen seien getestet worden, Antikörper wurden demnach nur bei 1,3 Prozent gefunden, sagt der Präsident des Robert-Koch-Instituts Lothar Wieler. Dieses Zwischenergebnis der nicht-repräsentativen Studie zeige, dass der Großteil der Menschen in Deutschland offenbar noch nicht mit dem Virus in Kontakt gekommen sei. Dies bedeute umgekehrt, dass es sich noch stark verbreiten könne.

Impfung bietet keinen Schutz?
Wenn Antikörper die Hauptabwehrlinie seien, können sich die Menschen in saisonalen Wellen neu infizieren, berichtet „The Guardian“. Damit habe auch ein Medikament kaum eine Heilungschance.

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